Dritter Schritt der OA

„Wir fassten den Entschluss, unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes – wie wir ihn verstanden – anzuvertrauen.“

Wie ich Euch im zweiten Schritt bereits erläutert habe, ersetze ich das Wort Gott gerne durch „Schöpfungsintelligenz“.

An was glaubst Du, was ist größer als Du?

Vereinfacht lauten die ersten drei Schritte:

  1. Ich kann nicht.
  2. Jemand/Etwas anderes kann.
  3. Ich werde es diesem Jemand/Etwas überlassen.

„Loslassen“ lautet das Zauberwort.

Und das ist verdammt schwer, wenn man Hardcore-Selbstkontrolle gewohnt ist.

Unsere größte Angst vor dem Loslassen ist, dass wir dann hemmungslos Zuschlagen und unser Gewicht ins Uferlose nach Oben geht.

Loslassen heißt nicht, dass wir nichts mehr tun müssen um gesund zu werden. Aber es heißt sich selbst einzugestehen, dass der bisherige Weg nicht funktioniert hat. Es geht um die Bereitschaft, die Selbstkontrolle aufzugeben und die Verantwortung für Essen und Gewicht abzugeben und zu erkennen, dass wir dazu momentan nicht in der Lage sind.

Es gehört eine Menge Mut dazu und auch etwas Zeit, sich auf diese ersten drei Schritte einzulassen. Aber wenn Du es kannst, bringen sie Erleichterung.

Du kannst nicht und Du musst nicht mehr. Jemand/Etwas wird es für Dich tun. Der Kampf ist vorbei.

Was bei mir essenstechnisch passiert ist, als ich mich mit diesen drei Schritten beschäftigt habe?

Die ehrliche Antwort lautet: Nicht viel.

Ich hatte immer mal wieder Rückfälle und auch mal bessere Zeiten. Aber ich konnte besser mit diesen Rückfällen umgehen, weil ich wusste, dass sie dazu gehören und dass ich nicht mehr verantwortlich für sie bin. Ich gab ihnen keine Macht mehr über mich und kümmerte mich stattdessen um die Dinge, die ich beeinflussen konnte.

Wenn Du diese Schritte nachvollziehen kannst, wird jede Menge Zeit und Energie frei, die Du bisher nur in die Gedanken und Taten rund um Essen und Gewicht investiert hast.

Bisher hast Du versucht, etwas GEGEN die Essstörung zu unternehmen. Und Du hast wieder und wieder verloren. Das ist jetzt nicht mehr Dein Business.

Du kannst jetzt etwas FÜR DICH tun.

Jetzt geht es darum herauszufinden, warum Du dieses Essproblem hast und was es Dir mitteilen will.

Damit beginnen wir nächste Woche mit Schritt vier: „Wir machten eine gründliche und furchtlose Inventur in unserem inneren. “

Lebenshungrige Grüße

Simone