Zweiter Schritt der OA

„Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.“

Ja, das klingt irgendwie abgehoben, ich weiß… Versuche trotzdem bitte, Dich unvoreingenommen auf das Folgende einzulassen.

Dieser Schritt ist die Antwort auf das Eingeständnis „Machtlosigkeit“ aus Schritt 1. Wir leben „geistig ungesund“, unser Denken ist schädlich für uns.

Wie können wir unser Denken ändern?

Kann uns der Glaube an eine „höhere Macht“ dabei helfen? Wer oder was ist diese Macht?  Bisher hast Du es mit Willensstärke versucht. Kannst Du Dir jetzt vorstellen, diese Verantwortung abzugeben, an Etwas, das größer ist, als Du?

Manche nennen es Gott. Aber ich habe gewisse Probleme mit der Kirche, der Auslegung der Bibel, dem christlichen Frauenbild. Daher ist das Wort Gott durchaus negativ vorbelastet für mich. Warum soll Jesus gelebt haben, Buddha und Mohamed aber nicht? Oder umgekehrt? Leider gibt es in den Religionen einiges, was meinem Bild von Toleranz und meinem Verständnis von Logik widerspricht.

Woran ich aber absolut glaube, weil ich es täglich sehe, ist eine gewisse „Schöpfungsintelligenz“.

Alles hat in der Natur seinen Platz und es gibt einen Kreislauf des Lebens:

Woher weiß z. B. der Laubbaum, dass er im Herbst seine Blätter abzuwerfen hat? Er kann weder denken: „Huch, schon wieder Oktober, jetzt aber runter mit den Dingern!“ noch mit anderen Bäumen kommunizieren: „Hey Nachbar, wann geht denn das Blätterwerfen endlich los?“ oder

Wer sagt den Zugvögeln, wann es Zeit ist, in Richtung Süden aufzubrechen? oder

Warum weiß ein Neugeborenes, dass es an der Mutterbrust saugen muss?

Und dann gehen wir mal einen Schritt weiter:

Warum soll mein Körper nicht wissen, was er braucht?

Ich habe mir eingestanden, dass mich mein Denken krank gemacht hat und dann habe ich begonnen, es der Natur, sprich meinem Körper, zu überlassen, was er wann braucht.

Und mein Körper lässt mich sehr genau wissen, wann er Hunger hat und worauf, wann er Bewegung oder Ruhe braucht und wann er Durst hat.

Wir Essgestörten haben verlernt, auf unseren Körper zu hören, Mode, Schönheitsideale und Medien sind unsere Götter geworden.

Als Kind machen wir uns in der Regel überhaupt keine Gedanken um unser Aussehen oder um unser Gewicht. Wir essen nach Hungergefühl. Genau das kann ich Heute auch wieder.

Lebenshungrige Grüße

 Simone