Raw Writing?
Rohes Schreiben kann Teil unseres Verdauungsprozesses sein und dabei helfen, mentale und emotionale Verstopfung zu verhindern.
Der Körper scheidet regelmäßig aus. Passiert das nicht, entstehen Probleme. Doch was passiert mit all dem mentalen und emotionalen Zuviel in dir?
Welchen Raum bekommt das, was du wirklich zum Kotzen findest, was du zu häufig runterschluckst und was dir regelrecht die Kehle zuschnürt?
Versuchst du, es zu unterdrücken und hoffst, dass es alleine verschwindet?
Oder dass es dann weg sein wird, wenn du endlich „perfekt“ aussiehst und dich „gut genug“ fühlst?
Was ständig unterdrückt wird, sucht sich oft andere Wege.
Also raus mit der KopfKotze, egal wie sie aussieht.
Nicht ordnen. Nicht bewerten. Nur raus.
Erleichterung entsteht durch Entladung.
Ich habe die Erfahrung gemacht: Je mehr ich mich auf Papier ausgekotzt habe, desto weniger Kotz-Druck spürte ich.
„Schreib es einfach raus!“ habe ich deshalb während der letzten Jahre häufig geraten. Doch „einfach schreiben“ fällt vielen MindMates richtig schwer.
Denn automatisch greifen die alten Muster. Wir wollen anständig und leistungsorientiert sein. Also versuchen wir, gut, richtig und zielführend zu schreiben.
Innere Zensoren tauchen auf und geben ungefragt ihren Senf dazu:
„Die sinnlose Schreiberei bringt doch nichts“, bewerten sie höhnisch.
„Das kannst du doch so nicht aufschreiben!“, kreischen sie schnappatmig.
„Er hat das damals bestimmt nicht so gemeint, sei doch nicht so ein Weichei“, kommentieren sie augenverdrehend.
„Wie sieht das denn bitte aus?“ missbilligen sie mit gezücktem Rotstift.
Weil diese inneren Stimmen so laut werden, wird das Schreiben oft zu schnell wieder aufgegeben.

