Hilfsangebot: Was kostenlos ist, ist häufig umsonst!

Wie sehr willst du diese Essstörung loswerden?

Was ist dir deine seelische, psychische und physische Gesundheit wert?

Oder um es konkreter zu machen: Wie viel Geld und Zeit bist du bereit zu investieren?

Eine gestörtes Essverhalten entwickelt sich nicht von heute auf morgen und daher verschwindet sieleider auch nicht von jetzt auf gleich.

Immer wieder begegnet mir das Phänomen, dass essgestörte Frauen zwar irgendwie immer das Geld für Ihre Essanfälle auftreiben, aber geradezu geizig werden, wenn es darum geht, dieses Essproblem mit einem Hilfsangebot wieder los zu werden. (Und JA, ich war auch mal so…)

So bekomme ich z. B. häufig Mails mit konkreten Fragen, die schon ins Coaching gehen. Einmal beantworte ich solche Mails gerne, aber wenn gleich darauf die zweite folgt, weise ich darauf hin, dass auch ich von meiner Arbeit leben will.

Oder ich bekam einmal eine Anfrage, ob ich bereit sei, ein Buch (Kaufpreis 8,00 Euro) zu verschicken, damit diejenige es sich kopieren könne.

Es gibt viele Beispiele.

Als ehemalige Bulimikerin weiß ich sehr wohl, was diese Krankheit kostet. Neben Zeit und Gesundheit eben auch viel Geld.

Aber wenn mir z. B. jemand sagt, dass er das Geld für den Workshop nicht aufbringen kann, dann sage ich nicht, „Schade, dass du dir das nicht leisten kannst“, sondern „Du bist einfach noch nicht so weit. Und das ist völlig okay.“

Denn diese Frauen denken: „Wenn ich mal nicht mehr so viel Geld fürs Essen ausgebe, dann mache ich den Workshop.“ Der bessere Gedanke ist: „Ich gebe jetzt das Geld für den Workshop aus, damit ich es später nicht mehr für Essen und gegen meine Gesundheit ausgeben muss.“

Die Auswahlkriterien für mein Hilfsangebot

Nach meinem Klinikaufenthalt suchte ich mir eine Therapeutin. Meine Auswahlkriterien gingen strikt danach, was mir gut tat und nicht, was von der Kasse übernommen wurde. Denn zu diesem Zeitpunkt war es mein größter Wunsch, ganz gesund zu leben. Und ich war bereit, zeitlich und monetär zu zahlen, was dafür nötig war.

Ich fand eine tolle Therapeutin, leider war sie nicht von der Kasse zugelassen. Das führte dazu, dass ich ein Jahr lang neben meinem Studium einen Nebenjob bestritt, dessen Einkünfte größtenteils von der Therapie verschlungen wurden.

Und ja, anfangs dachte ich: „Ich Arme, jetzt habe ich schon diese blöde Essstörung und dann muss ich auch noch für’s gesund werden bezahlen.“

Während dieses Jahres jedoch wandelten sich meine Gedanken. Als ich mit der Therapie fertig war, war ich auch die Essstörung endgültig los. Und ich dachte: „Wow. Ich hab’s wirklich geschafft. Und zwar aus eigener Kraft und mit eigenen (finanziellen) Mitteln. Ich habe für dieses Hilfsangebot gezahlt.“

Mein Opferdasein war endgültig vorbei.

Mit mir wurde nicht mehr gemacht.

Ich machte plötzlich selbst!

Nicht nur beim Banküberfall lautet die Frage häufig: Geld oder Leben?

Wenn du zunächst Geld (und Zeit) investierst um Leben zu bekommen, steht dir irgendwann mehr Geld UND mehr Leben zur Verfügung!

lebenshungrige Grüße

Simone