(M)ein bissiges Motto für 2026:
REBEL – RELAX – REPEAT
Vor einigen Wochen habe ich eine Mail erhalten, in der unter anderem folgender Satz stand:
Deine letzten Beiträge waren so herrlich ehrlich, wirkten auch fast ein bisschen wütend, und das war einfach wunderbar zu lesen.
Ich habe mich riesig über diesen Satz gefreut. Denn er fasst perfekt zusammen, was mir immer wichtiger wird. Ganz bewusst habe ich das Motto von MindMeals in
DenkFutter mit Biss
geändert.
Wir brauchen Biss
Der Begriff “Biss” steht für (m)eine individuelle Kombination aus Humor, beziehungsweise Sarkasmus, berechtigter Wut und roher Ehrlichkeit. Wir leben meiner Meinung nach in einer Zeit, in der das enorm wichtig – weil selten – ist.
Die Selbsthilfeindustrie, der “spirituelle Life-Coaching- und Wellness-Trend“, steht für mich mittlerweile zu sehr für eine toxische Positivität, die eine ungesunde Passivität beinhaltet, unrealistisch ist und deshalb langfristig zu mehr Unzufriedenheit und Unsicherheit führt.
All die positiven Vibes und Frequenzen, das Manifestieren und der Jesus-Glow – sie sind nicht die Lösung, sondern Teil des Problems.
Die Wahrheit ist: Es kann nicht immer alles gut sein. Weil wir in einer Welt leben, in der nicht alles gut ist. Und wir können nicht permanent glücklich sein. Denn unser Glück steht in enger Verbindung zu Dingen, die wir nicht in der Hand haben.
Wer wirklich liebt, ist verletzbar und wird leiden, durch Krankheit und Verlust. Doch wollen wir deshalb auf die Liebe verzichten?
Was wir tun können, ist, unentschuldbar wir selbst zu sein. Mit all unseren Gedanken und Gefühlen, mit unseren individuellen Grenzen und Bedürfnissen. Uns selbst diesen Raum zu gewähren, führt erfahrungsgemäß zu einer stabilen mentalen und emotionalen Zufriedenheit, Sicherheit und Unabhängigkeit. Zu diesem besonderen Gefühlszustand der inneren Sättigung. Und zu der Fähigkeit, wirklich frei denken zu können.
Bissige Balance
Wann liegt etwas wirklich in meiner Macht und wann nicht?
Was kann und will ich ändern, beziehungsweise beeinflussen, und was nicht?
Wann brauche ich Abstand von der Welt, den Dingen – und Zeit und Raum für mich selbst?
Was macht mir Spaß, was gibt mir Sinn, was inspiriert und animiert mich?
Diese Fragen sind die längere Form meines Mottos für 2026: REBEL – RELAX – REPEAT.
Persönliche Rebellion
Ich bin eine Rebellin, denn in mir hat es schon immer gegen das System rebelliert. Ich habe hinterfragt, Ungerechtes und Unlogisches erkannt und angezweifelt. Doch früher habe ich meine Rebellion für falsch gehalten und deshalb ist sie zu einer Autoaggression geworden.
Auf unterschiedlichste Weisen habe ich mich selbst verletzt und missbraucht und mich anschließend dafür verurteilt. Heute weiß ich, dass meine Rebellion berechtigt ist, dass sie ein Ventil braucht und dass meine Autoaggression der Spiegel dessen war, was ich in Systemen erlebt habe.
Das Grundgefühl der Rebellion ist Wut. Eine Wut, die aufgrund von Unterdrückung und Ungerechtigkeit entstanden ist. Und die dazu geführt hat, dass ich mich selbst unterdrückt und ungerecht behandelt habe. Doch diesen Gefallen tue ich dem System nicht mehr.
Vielleicht drucke ich mir sogar ein T-Shirt, auf dem HYSTERISCHE FURIE steht.
Warum eigentlich nicht?
Slow Fashion
Denn ich rebelliere auch gegen Fast Fashion. Beispielsweise bin ich dazu übergegangen, mir mithilfe eines Plotters und einer Heizpresse meine No-Name fair produzierten Bio-Baumwoll-Shirts selbst zu gestalten. Das macht nicht nur Spaß und erzeugt einzigartige Shirts, sondern es ist an sich ein Akt der Rebellion gegen immer schneller wechselnde Mode-Trends.
Die Modegiganten des Internets veröffentlichen täglich unzählige Artikel und setzen dabei – mithilfe von Social Media – auf die FOMO (Fear of missing out) der Konsumentinnen.
Auch bin ich dazu übergegangen, Jacken, Pullis, Mützen und Schals zu häkeln. Das macht ebenfalls Freude und hat außerdem eine positive Wirkung auf mein Nervensystem.
Es braucht länger, es geschieht bewusster, es lässt Einzigartiges entstehen, und deshalb macht es mich mental und emotional satter.
Denn grundsätzlich hat Fast Fashion doch die gleiche Wirkung wie Fast Food. Das Sättigungsgefühl hält nur kurz an und dann kommt der große Hunger auf mehr.
Wir brauchen Zeit, auch die Dinge zu verdauen, die wir nicht gegessen haben. Und individueller Genuss ist nicht nur in Bezug auf die Nahrungsaufnahme befriedigender.
Mind your rebellion.
MindMuse Simone
REBEL – RELAX – REPEAT





