Befindest du dich gerade
auf einer Durststrecke?

Die meisten Frauen mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe, haben immer mal wieder Durststrecken auf ihrem Genesungsweg. Und auch von mir selbst kenne ich diesen Zustand nur zu gut. Das sind diese Phasen, in denen wir unsere Probleme recht gut erkennen und benennen können und uns auch deren Ursachen und Auswirkungen weitestgehend bewusst sind.

Doch es fällt uns schwer, tatsächlich anders zu handeln. Wir wüssten was wir anders machen könnten. Doch wir tun es nicht oder zu selten. Und dann verurteilen wir uns und fühlen uns schuldig und hilflos. Spätestens hier greifen alte, ungesunde Muster. Denn während du vielleicht früher gedacht hast: „Warum esse/… ich nicht einfach weniger?“ Denkst du jetzt möglicherweise: „Warum kümmere ich mich nicht besser um mich?“

Während die zweite Frage zwar einen Schritt weiter als die erste scheint – weil in ihr die Antwort auf die erste Frage begründet liegt – ist eins gleich geblieben.

Und zwar die Art, wie du dir diese Frage stellst. Stellst du sie dir noch immer vorwurfsvoll und ungeduldig, wendest du „nur“ ein altes, ungesundes Muster auf eine andere Frage an. Denn egal wie die Frage lautet, eigentlich fragst du dich immer wieder:

Warum bin ich falsch/nicht gut genug?

anstatt interessiert zu fragen:

Warum denke/fühle/verhalte ich mich gerade so?

Doch das Anwenden eines negativen Musters kann dir nur ein negatives Ergebnis bringen. Denn es bestätigt dir dein negatives Selbstbild:

Ich bin falsch.

Alle außer mir können es.

Ich strenge mich nicht genug an.

Ich bin nicht gut genug.

Damit Durststrecken nicht in jahrelangen Endlosschleifen enden, darfst du dich immer wieder an Folgendes erinnern:

Durch das Anwenden alter Muster auf neue Fragen hältst du an dem Selbst- und Wunschbild fest, das deine Probleme erschaffen hat.

Du glaubst noch immer, so wie du bist, bist du falsch (Selbstbild) und wenn du anders bist, bist du richtig (Wunschbild). Du scheinst offen für Veränderungen zu sein, aber du bist es nicht wirklich. Denn du glaubst noch immer, dass du dich selbst und nicht dein Denken über dich und deinen Umgang mit dir ändern solltest. Das zeigt sich beispielsweise so:

  • Ich will ja lernen auf meinen Körper zu hören, aber ich will trotzdem nicht zunehmen.
  • Ich hätte ja gerne, dass die Meinung anderer (über mich) mir egal ist, aber ich will trotzdem, dass alle mich mögen.
  • Ich würde ja gerne mehr Zeit mit mir selbst verbringen, aber ich will trotzdem nichts (zu viel Arbeit, zu viel Kümmern um andere,…) dafür aufgeben.

Zusammengefasst bedeutet das:

Ich will, dass alles besser wird, während ich in meinem Denken und Handeln gleich bleiben will.

Und spätestens hier wird dir wahrscheinlich bewusst, dass es so nicht funktioniert und nur in Durststrecken enden kann.

Wie kannst du Durststrecken beenden?

Der erste Schritt Durststrecken zu beenden liegt in der Akzeptanz der Realität. Falls du gerade eine Durststrecke hast, sage jetzt (möglichst laut) und langsam zu dir selbst:

Ich würde gerne besser (über mich) denken, doch es fällt mir gerade schwer.

Ich würde (mich) gerne besser (be)handeln, doch es fällt mir gerade schwer.

Wie fühlt sich das in deinem Körper an? Kannst du ein klein wenig Erleichterung verspüren? Ein bisschen mehr Weite? Ein Durchatmen?

Und weißt du was?

Du hast gerade deine Bereitschaft gezeigt, anders zu denken und du hast dich anders behandelt!

Und wenn du dir jetzt deine zweite Frage von oben (Bsp.: Warum kann ich mich nicht besser um mich selbst kümmern?) nochmal stellst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du dich geduldiger und verständnisvoller fragst. Und das ist die Voraussetzung für hilfreichere Antworten.

Möglicherweise findest du auch ehrlichere Antworten auf andere Fragen, wie beispielsweise:

  • Warum ist mir mein Gewicht noch immer wichtiger als meine Gesundheit?
  • Warum ist mir die Meinung anderer (über mich) noch immer wichtiger, als meine eigene Meinung (über mich)?
  • Warum investiere ich so viel Zeit in andere Menschen und Tätigkeiten und so wenig in mich selbst?

Und hier eine ganz wichtige Frage:

Welche große Angst liegt hinter meinem Verhalten verborgen?

Ist es nicht eine tiefe, alte Ur-Angst vor Ablehnung? Eine Ablehnung, die du in irgendeiner Form früher erfahren hast und die so schmerzhaft gewesen ist, dass du sie nicht nochmal durchleben möchtest?

Doch weißt du was?

Früher war es die Ablehnung anderer Menschen die so schmerzhaft war.

Und diesen Schmerz hältst du heute aufrecht, in dem du dich selbst ablehnst.

Egal wie sehr du dich (für andere Menschen) anstrengst und egal wie viel Anerkennung du dafür bekommst – niemand kann dir diesen alten Schmerz nehmen.

Das kannst du nur selbst. In dem du dich annimmst und dadurch erleben wirst, dass dein Gewicht, die Meinung anderer und deine Leistung unwichtiger für dich werden.

Dadurch kommen sich dein Selbstbild und dein Wunschbild immer näher. Bis sich die Lücke schließt und du erkennst:

Ich bin richtig.

Nur ich kann es.

Ich muss mich nicht anstrengen.

Ich bin gut genug.

Wenn du von mir begleitet werden möchtest, schau dir doch mal MeMentoring an.

If you want to heal, feel – and MIND your mental MEALS :)

Simone