Steffis Weg raus aus der Essstörung, rein ins Leben Teil 2: Achtsamkeit
Wenn ihr euch noch an meinen letzten Eintrag erinnern könnt, dann wisst ihr dass ich mir für dieses Jahr keine Vorsätze gemacht habe. Stattdessen habe ich eine Mindmap entworfen mit Wörtern, die beschreiben, wie ich mich dieses Jahr fühlen will. Auf eins dieser Wörter möchte ich mich heute konzentrieren: Präsenz.
Dank Simone´s Workshop verstehe ich die Wichtigkeit dieses Geisteszustandes: Achtsamkeit üben bedeutet, die Erfahrungen des Hier und Jetzt mit Offenheit und Akzeptanz anzunehmen, Erwartungen fallenzulassen und Gedanken, Gefühle und körperlichen Empfindungen positiver und negativer Art anzunehmen und – ohne diese zu bewerten – mit innerem Abstand zu betrachten.
Durch diese Beobachtung gelingt es, sich weniger in die täglichen Gedankenmuster, Grübeleien und inneren Stressprogramme zu verwickeln. Ganz klar also warum Achtsamkeitsübungen gerade Essgestörten helfen, aus ihren negativen Gedankenschleifen und alten Gewohnheiten auszubrechen.
Der Realitätscheck
Leider war ich im letzten Monat alles andere als präsent, obwohl ich recht viel Freizeit hatte und vergleichsweise nicht gestresst war. Gerade zum Beispiel komme ich von einem geplatzten Job Interview, nur weil ich so unaufmerksam war dass ich nicht rechtzeitig aus dem Zug gestiegen bin…
Leider ist es oft so, dass wenn ich an Achtsamkeit im Alltag verliere, mein Essverhalten darunter leidet. So auch heute nachdem ich realisiert habe dass ich zu spät ausgestiegen bin, denn ich hatte vor lauter Frust und Wut auf mich selber eine große FA. Wäre ich achtsamer gewesen, hätte ich die Situation vielleicht eher akzeptieren können und hätte Essen nicht als Coping-Mechanismus benutzt.
Oft ist meine erste Reaktion, wenn ich mit meinem Essensverhalten unzufrieden bin, mich noch mehr auf das Essen zu konzentrieren. Dabei übersehe ich aber den tiefer liegenden Ursprung des Problems. Ich bin mir sicher, dass wenn ich mich in einer solchen Situation mehr auf meine Spiritualität konzentrieren würde, sich mein Essen von alleine wieder regeln würde.
Achtsamkeit im Alltag
Deswegen will ich in der kommenden Zeit nochmal intensiv versuchen, achtsamer zu sein. Damit ihr versteht was das für mich bedeutet, hier ein paar Beispiele:
- Ich versuche, jeden Morgen vor dem Aufstehen und jeden Abend vor dem Einschlafen über den kommenden bzw. vergangenen Tag nachzudenken. Ich rede mir in Gedanken gut zu, blicke mit Vorfreude auf das was kommt oder erinnere mich an die positiven Dinge die passiert sind.
- Ich weiß nicht ob ihr schon mal davon gehört habt, aber ich versuche jeden Tag eine „Trockenbürstenmassage“ zu machen. Abgesehen von der Tatsache dass es gut für die Haut ist und die Durchblutung anregt, nutze ich die Zeit mich voll und ganz auf meinen Körper zu konzentrieren und spreche mir dabei positive Affirmationen zu.
- Achtsam essen soll geübt sein. Deswegen versuche ich immer langsam und in Ruhe zu essen, ohne Störungen wie Fernseher oder Musik. Außerdem nehme ich mir vor jeder Mahlzeit ein paar Sekunden Zeit, in Stille zu sitzen und das Essen einfach nur zu betrachten, bevor ich loslege.
- Yoga ist mittlerweile ein großer Teil meines Alltages. Ich mache fast jeden Morgen 15-30 Minuten Yoga, und es ist für mich der perfekte Start in den Tag.
- Wenn ich super gestresst bin und wenig Zeit habe, mache ich stattdessen oft eine kleine geführte Meditation. Die kann man locker in den Alltag einbauen und es dauert nicht länger als 5 Minuten. Danach fühle ich mich immer gleich besser!
Und, was macht ihr so um achtsamer zu sein?